Schützenfest Sarstedt


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Historie

Über uns

Freischießen

Das Sarstedter Schützenwesen

Stadtheimatpfleger Werner Vahlbruch


Das Schützenwesen unserer Zeit lässt sich auf zwei Wurzeln zurückführen, auf die Wehrerfassung des Mittelalters und auf die Strömung der modernen Zeit der Schützengesellschaften. Der Ursprung des Schützenwesens war überall der gleiche, nämlich die Notwendigkeit der Selbstverteidigung. Recht, Pflicht und Fähigkeit der Selbstverteidigung, des eigenen Schutzes von Eigentum und Leben, sind eng verbunden mit den männlichen Begriffen von Kameradschaft und Ehre. So werden auch die Ursprünge des Sarstedter Schützenwesens hier zu finden sein, die städtischen Bürger sollten die Stadt verteidigen. Da Sarstedt schon 1339 die Stadtrechte hatte, war die Stadt auch schon mit einer Stadtmauer befestigt und hatte die Stadttore „Ostertor“ und „Holztor“.

Wenn die Alte Schützengilde auf ihren Fahnen auch die Jahreszahl 1813 stehen hat, so ist das Sarstedter Schützenwesen doch wesentlich älter und die urkundlichen Quellen vom Freischießen gehen bis in das 17. Jahrhundert zurück

Eine Begebenheit beim Freischießen ereignete sich im Jahre 1731. Den Bericht aus jener Zeit und das Urteil dazu soll heute an dieser Stelle einmal aufgezeigt werden, natürlich in der damals üblichen Schreibweise. Hierzu muss man wissen, das in alten Zeiten das alljährliche Freischießen immer am Sankt Johannis Tag (24. Juni) durchgeführt wurde. Alle männlichen Bürger konnten daran teilnehmen.

Bericht: „Sonntags nachmittag umb 5 uhr ist in denen Scheuren (Scheunen) vor Sarstedt nach dem Bierbrocke (Bierbruch) hin eine Feuersbrunst entstanden und 18 Scheuren (Scheunen) in einer halben Stunde von der Flamme verzehrt worden, woher solches entstanden kann man eigentlich noch nicht erfahren, alß das einige junge Burschen und auch Bürger sich gestern Nachmittag nach ihrem gewöhnlichen Schieß- und Scheibenplatz, welcher hinter denen Scheuren indegriert geweßen, sich begeben und nach der Scheibe geschossen, ob nun darumb, dass der gestrige starke Windt etwan einen brennenden Propf ausgetrieben und in ein Strohdach geflogen, solches will also fast wahr vorgegeben werden. Es ist indeß alle Anstalt zur Löschung sogleich gemacht worden, und ist nunmehro hier alles gedrimpfert (gelöscht).

Es wurde Klage erhoben, hier das Urteil: „erhobene Klage, darwieder vorgeschützte Exceptiones, und fernere Sätze derer Anwälde der Abgebrandten zu Sarstedt, Hanß Vietgen und Consorten, Klägers an einem, der Schützen daselbst, Bürgermeister Forken und Consorten, Beklagtens am andern Teil, erkennen Wir, Churfürstlich Kölnische zur Regierung des Hochstifts Hildesheim verordnete Stadthalter, Kantzler und Räthe, nach eingeholtem Rath der Rechtsgelehrten, vor Recht: Das Beklagten Prinzipalen von der angestellten Klage billig zu entbinden und loszuzahlen; die von beiden Teilen aufgebrachten Unkosten aber, aus bewegenden Ursachen, gegeneinander aufzuheben, von Rechtswegen.

Begründung des Urteils: Auch aus dem Protokoll vom 12. Juni 1731 zu ersehen, dass schon Anno 1730 beim Fryschießen (Freischießen) von der Gefährlichkeit des Schützen Platzes geredet, und daß man einen neuen ausfündig machen müsste; dennoch Beklagte auf dem alten Schießplatz zu schießen nicht unterlassen.



Zusammenfassend kann aus dem Gesamturteil. Das Schießen fand während des Gottesdienstes statt, der Bürgermeister hatte dazu die Scheiben herausgegeben, es war aber noch keine Schießlaube aufgebaut worden. Der Beklagte konnte nachweisen, dass er in gerader Linie auf die Scheibe geschossen hatte. Offenbar befand sich der Schützenstand ziemlich dicht an einer Scheunenwand.

Das Feuer ist zuerst aus dem Dach heraus geschlagen. Daraufhin glaubten die Schützen zunächst selbst, das Feuer verursacht zu haben und sind geflüchtet.

Da die Kläger ihre Behauptungen nicht beweisen konnten, konnte auch noch keine Schuld der Beklagten festgestellt werden

So geschehen beim Freischießen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts


200 Jahre Alte Schützengilde Sarstedt
Geschichtliche Zeitreise – Abwechslungsreiche Vereingeschichte
Sarstedts ältester Verein hat Jubiläum


von Stadtheimatpfleger Werner Vahlbruch

Die Alte Schützengilde von 1813 zu Sarstedt e.V. ist der älteste Sarstedter Verein und feiert in diesem Jahr ihr 200jähriges Bestehen.

Das Schützenwesen in Sarstedt selbst besteht jedoch schon wesentlich länger. So findet sich schon 1799 eine Eintragung in den Büchern der „Cämerey-Casse“ über eine „alte Schützenwiese“, wie aus alten Steuerdokumenten zu ersehen ist. Es gibt aber auch Aufzeichnungen über ein aktives Schützenwesen bereits aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts, wo vom jährlichen Freischießen und von Schaffern beziehungsweise Schäffern die Rede ist.

In der Zeit von 1813 bis 1828 zahlte die Stadt jährlich einen Thaler in die Schützenkasse. Von diesem Geld wurde die Bürgerscheibe für das Freischießen gekauft. Mit kleineren Lücken lässt sich anhand der seit 1828 geführten Protokollbücher die Geschichte des Vereins und seiner Schützenfeste nachzeichnen.

Neue historische Quellen erschließen sich nun im Jubiläumsjahr mit der Tatsache dass das Schützenwesen bereits im 17. Jahrhundert hier existiert hat.

Die Jahreszahl 1813 hat sich die Alte Schützengilde auf ihre Fahnen geschrieben, da es aus diesem Jahr eine Medaille mit dem Sarstedter Stadtwappen gibt und die Aufschrift trägt „
Für den besten Schützen“. Diese Medaille erinnert an das erste Schützenfest nach dem Abzug der französischen Besatzungstruppen unter Napoleon.

In den Anfangsjahren war die Beteiligung am Freischießen um die Schützenwiese eher mager, nach der Lockerung der Teilnahmebestimmungen stieg sie aber stetig an. 1853 nahmen 132 Sarstedter beim Freischießen teil.

Trotz dieser Entwicklung blieben die Kassen der Schützen leer. Die Gesellschaft musste deshalb 1850 bei Sattlermeister Ehlers einen Kredit aufnehmen. Von 1861 an wurde das Gras der Schützenwiese verkauft, um die Schulden des Vereins zu begleichen. 1864 wurde die Wiese sogar verpachtet. Der Reiz des Freischießens war zunächst dahin. Die geringe Beteiligung hielt jedoch nicht lange an und bereits ende des 19. Jahrhunderts beschloss die Generalversammlung der Alten Schützengilde am 5. Januar 1896 den Neubau eines Schießstandes im Bartel’schen Garten (heute Innerstebad). Einige Jahr später, 1906, beschloss man erstmalig die Anschaffung von Uniformen.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nahm der Verein einen erfreulichen Aufschwung und führte allerlei Neuerung ein. So wurde eine Jugendgruppe eingerichtet, die allerdings damals die 18 bis 20jährigen betraf. Die bisher übliche großkalibrige Büchse wurde durch das Kleinkalibergewehr ersetzt, und auch mit der Pistole wurde gelegentlich geschossen. 1927/1928 änderte der Verein seinen Namen von Sarstedter Schützengesellschaft in Alte Schützengilde zu Sarstedt und 1929 war es die Jagdhütte von dem Ziegeleiunternehmer Otto Gott die als neues Schützenhaus im Stadtgarten errichtet wurde.

Ende der 30er Jahre wurde auch das Schützenwesen in Sarstedt durch die Nationalsozialisten gleichgeschaltet und das sportliche Schießen als vormilitärische Ausbildung genutzt. 1939 wurde die Alte Schützengilde aus dem Vereinregister gelöscht.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1951 an die Alte Schützengilde in Sarstedt angeknüpft. Der neue gegründete Schützenverein von 1951 erkannte die Alte Schützengilde von 1813 als Traditionsverein an. Emil Burger, Artur Renner, Albert Steffen, Heinrich Baxmann, Hermann Schenkemeyer, Ernst Kötter und Richard Bader waren die Wiedergründer. Die treibende Kraft war Emil Burger, er wurde am 16. Dezember zum Vorsitzenden gewählt. Unter den Initiatoren waren viele Mitglieder des früheren Schützenvereins. Burger wurde 1952 von Heinrich Baxmann abgelöst, in diesem Jahr hatte der Verein 68 Mitglieder.

1953 fand der erste Spatenstich für das neue Schützenhaus am Ahrberger Weg der heutigen Straße Am Festplatz statt. Zwei Jahre später konnte es eingeweiht werden. Ein entscheidendes Jahr in der Geschichte der Alten Schützengilde ist 1962. Damals wurde beschlossen, eine Damen- und eine Jugendabteilung innerhalb des Vereins zu gründen. Eine Entscheidung, die sich bis heute auf das Vereinsleben überaus positiv ausgewirkt hat.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten wurden zahlreiche An- und Umbaumaßnahmen am Schützenhaus und an der Schießsportanlage durchgeführt, um den modernen Modalitäten des Schießsports gerecht zu werden.

Mit den Feierlichkeiten zum 200jährigen Bestehen werden für den Verein neue Eckpunkte gesetzt. Die geschichtliche Zeitreise geht weiter. Die, die den Verein zu schießsportlichen Erfolgen verhelfen, die gesellschaftlichen Belange für den Verein in den Mittelpunkt setzen, werden hoffentlich weit über das 21. Jahrhundert hinaus dem Sarstedter Schützenwesen und seiner Tradition immer wieder neue Wege aufzeigen zum Wohl der Stadt Sarstedt.

Tradition und Sport in unserer Zeit werden daher immer wieder eine Herausforderung sein. Die über 300jährige Entwicklung der Sarstedter Schützengeschichte hat es gezeigt, dass es Zeiten des Aufblühens und des Niedergehens, auch die des Umbruchs gegeben hat.


"So blau war Sarstedt noch nie"
Ein Fest der Superlative erlebte Sarstedt im Jahr 1980
von Stadtheimatpfleger Werner Vahlbruch




"So blau war Sarstedt noch nie", frozzelte man am Straßenrand beim Festumzug zum Sarstedter Freischießen, Volks-, Schützenfest- und Feuerwehrfest im Juni 1980, waren es doch die blauen Uniformröcke der Feuerwehr, die den i-Punkt im Umzug setzen.

Der Auftakt zum Fest begann mit einem echt bayerischen Bierabend. Beim Bieranstich durch Bürgermeister Walter Gleitz und unter den Klängen "Es gibt kein Bier auf Hawaii...." floß das Bier reichlich, zumal der Bürgermeister doch einen echt bayerischen Bierabend angekündigt hatte. Bei schwungvoller Musik der bayerischen Gäste aus Ruhmannsfelden, des Sarstedter Blasorchesters und des Spielmannzuges schlug der Frohsinn hohe Wellen. Es wurde geklatscht, geschunkelt und nur wenige hielt es auf den Stühlen.

Zum 100jährigen Jubiläum der Sarstedter Feuerwehr waren zum Festumzug 40 Wehren angereist um der Feuerwehr Sarstedt ihre Referenz zu erweisen. Ob aus Gehrden, Lühnde, Hönnersum, Ahrbergen, Hildesheim oder Bad Salzdetfurth, die Blauröcke waren in großer Zahl gekommen.

Rund 10000 Zuschauer standen am Straßenrand. Ganz Sarstedt war auf den Beinen, aber auch viele auswärtige Besucher erlebten bei fantastischen Festwetter einen tollen Umzug. Eine Flut von Bonbons und Blumen regnete es auf die Zuschauer.

Die Majestäten 1980 waren Lothar Wien als Bürgerkönig, Hilde Zieting mit einem 183 Teiler Bürgerkönigin. Der Junggesellenkönig ganz in schwarz mit Gehrock und Zylinder war Thomas Welke mit einem 86,5 Teiler. Na, jetzt ist das Schützenfest für mich gelaufen, war die erste Reaktion des frisch gekürten Jugendkönigs Claus Heinecke.

Seine ruhige Hand, nicht nur an der Spritze, sondern auch beim Schießen, bewies Erwin Borgaes. Er gewann die Feuerwehr-Ehrenscheibe und die Feuerwehr-Jugendscheibe erkämpfte sich mit einem 55er Teiler Rolf Niederstraß.

Beim Festumzug bestaunt und die große Attraktion, ein altes amerikanisches Feuerwehrfahrzeug und ein Oldtimer des MSC Sarstedt. Etwas besonderes hatten sich die Kleingärtner einfallen lassen. Statt Bonbons gab es Äpfel und Mohrrüben für die Leute am Straßenrand. Gleich einen ganzen Zoo transportierte der Wagen von Spielwaren Hiller. Viele sehnsüchtige Kinderaugen hingen an den riesigen Plüschtieren.

Beim Fest 1980 gab es nur Höhepunkte. Alle Veranstaltungen waren gut besucht. An vier Tagen und Nächten war das Festzelt so voll, dass an den Theken kaum ein Durchkommen war. Der Kehrausball bis morgens 5 Uhr brach alle Rekorde bester Feststimmung.

Beim diesjährigen Fest 2010 ist die Ortswehr Sarstedt der Freiwilligen Feuerwehr wieder mit von der Partie um ihren 130. Geburtstag beim Freischießen, Volks- und Schützenfest würdig mit zu feiern.


Sarstedts Schützenfest - Tradition und Gegenwart
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Sarstedt ist ohne seine alljährlichen Schützenfeste nicht denkbar. Vier Tage lang treffen sich die Schützen auf dem Festplatz, meistens in der zweiten Juniwoche, um mit allen Einwohnern der Innerstestadt gemeinsam das "Fest des Jahres" zu feiern. Das dieses Fest von den Schützen für die gesamte Einwohnerschaft veranstaltet wird und damit an das frühere Freischießen anknüpft, kommt in seiner vollständigen Bezeichnung "Freischießen, Volks- und Schützenfest" zum Ausdruck.

Die enge Verbindung der Sarstedter mit ihren Schützen ist durch Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte gewachsen und darauf zurückzuführen, dass das Freischießen früher eine allgemeine Angelegenheit aller Bürger war. Bis 1955 wurde deshalb auch an dem alten Brauch der "Bürgerversammlung" festgehalten. Sie diente dem Zweck, das Freischießen bzw. Schützenfest gemeinsam mit allen Bürgern vorzubereiten. Wählten bis dahin die Einwohner das Festkomitee aus Schäffern, Oberführern und Fahnenträgern, so wird dieser vorbereitende Ausschuss zusammen mit Schriftführern, Schießmeistern und Fahnenbegleitern heute von den Sarstedter Schützenvereinen als Bürgervertretung gewählt.

In einem festgeschriebenen Reglement aus dem Jahre 1828 wird die traditionsreiche und lange Vergangenheit der Schützen in Sarstedt dokumentiert. So wurde unter anderem festgelegt, dass das Fest am letzten Sonntag vor Johanni stattfinden soll. Einer Änderung musste der Magistrat zustimmen und der neue Termin zeitig in den öffentlichen Blättern bekannt gemacht werden.

Ein festgeschriebenes Privileg aus damaliger Zeit ist auch, dass der Magistrat den "Beste Männer" einen Zuschuss gewährte und den Festplatz kostenlos zur Verfügung stellte, sowie andere Hilfestellungen. In der Bezeichnung des Festes neuerer Zeit "Freischießen, Volks- und Schützenfest" trägt der Ausdruck "Volksfest" seit 1956 dieser Tatsache Rechnung.

Das Fest fand bis Ende des 19. Jahrhunderts im Bereich der heutigen Schützenstraße / Wiesenstraße statt. Der Scheibenstand befand sind zu jener Zeit in der Senke des Dickebastes. Erst mit der Bebauung im so genannten "Millionenviertel" wurde der Festplatz auf die Bleichwiese verlegt, der heutigen Straße Auf der Bleiche. In einem großen Holzzelt wurde hier gefeiert. Gleich nach der Jahrhundertwende feierten darin, zusammen mit den Schützen, links die Turner und rechts die vereinsfreien Bürger mit ihren Familien.

Am Festsonntag gab es im Bürgerzelt nachmittags auf Kosten der besten Männer für alle Erdbeerbowle. Auch eine Lüttje-Lagen-Theke war damals schon vorhanden. Die Lüttje Lage wurde in der Sarstedter Weißbierbrauerei eigens für das Sarstedter Freischießen hergestellt.

Alten Überlieferungen entspricht es auch, dass die Könige oder damals "Beste Männer" durch den Bürgermeister geehrte werden. Wenngleich heute die Könige auf der Rathaustreppe geehrte werden, so fand diese Ehrung während der Amtszeit von Bürgermeister Wiesenhavern, von 1820 bis 1870, auf der Freitreppe vor seinem Haus in der Weberstraße statt. Zuvor versammelten sich jedoch alle im Ratskeller dem heutigen Rathaus und marschierten in Frack und Zylinder zum Bürgermeisterhaus.

Früher wie heute galt eine strenge Ordnung im Festumzug. Die Spitze bildeten die Schäffer und Oberführer, gefolgt vom Magistratskollegium, dann folgten die alten und die jungen Schützen.

An dieser Tradition hat sich bis heute nichts geändert, nur mit dem Unterschied, dass der Festumzug am Sonntag von Giebelstieg bis zum Festplatz führt und früher nur der Altstadtbereich vom Dickebast bis zum Ostertor stattfand.

Das erste Schützenfest nach dem zweiten Weltkrieg startete 1952 auf der Maiwiese, heutiger Bereich der Umgehungstraße Nordring. Seit 1965 wird in den Bruchwiesen der Straße "Festplatz" gefeiert. Rechts, wo heute die Tennisplätze sind stand das Festzelt und auf der linken Seite standen die Schausteller mit ihren Geschäften. In den Jahren darauf hat dann die Stadt Sarstedt den gesamten Bereich östlich der Straße Am Festplatz zu einem Festplatz ausgebaut.

Seit nahezu fünf Jahrzehnten feiern die Schützen, die Einwohner der Stadt und die vielen Besucher aus dem weiten Umland auf diesem Festplatz das

Freischießen, Volks- und Schützenfest.


Zu einem musikalischen Leckerbissen
wurde das Freischießen, Volks- und Schützenfest
im Jahr 1977


Wenn in diesen Tagen und Wochen wieder die Rede vom
Sarstedter Volks- und Schützenfest ist, so erinnern wir uns
auch gerne an Feste vergangener Zeiten, einer Zeit, die noch
greifbar ist, für den Betrachter jedoch schon längst der
Vergangenheit angehören.
Mit Musik geht in Sarstedt vieles besser. Unter diesem Tenor
wurde 1977, also vor nunmehr 35 Jahren, Sarstedts größte
Jahresveranstaltung als Freischießen, Volks-, Schützen- und
Musikfest gefeiert.
Der 90. Geburtstag des Sarstedter Blasorchesters und das
25jährige Bestehen des Spielmannzuges Sarstedt von 1951
waren der Grund für eine große Jubiläumsfeier zum
traditionellen Schützenfest.

„Wo man Mensch ist, macht es laut publik, lebt in Herz und
Sinn auch die Musik“, mit diesen Worten überbrachte der
damalige Oberkreisdirektor Ernst Kipker die Glückwünsche
und machte deutlich, dass beide Klangkörper weit über
Sarstedts Grenzen hinaus bekannt sind. Diese Jubiläen mit
den Schützen als großes Gemeinschaftsfest zu feiern spricht
für die Sarstedter.

Am Festsonntag während des Festumzuges fand in der
Steinstraße eine große Musikparade der befreundete
Orchester und Spielmannzüge statt. Die Stimmung schlug
dann noch einmal hohe Wellen, als alle Klangkörper auch in
der Festhalle aufspielten.

Wie alljährlich wurden auch beim Fest 1977 die Könige auf der
Rathaustreppe proklamiert. Bürgermeister Walter Gleitz und
die Schäffer Fritz Vahlbruch und Theo Töttger ehrten Franz
Muschiol als besten Bürger, Werner Klingenberg als
Bürgerkönig mit einem 33er Teiler, Ulrich Speer als
Junggesellenkönig (79er Teiler), Renate Kante als
Bürgerkönigin (110,5 Teiler) und Birgit Propfe als
Jugendkönigin ließ alle „alt“ aussehen und hatte mit einem
12er Teiler den besten Teilermesswert. Die Jubiläumsscheibe
des Blasorchesters gewann Horst Herz mit einem 48er Teiler
vor Andreas Hiller und Johannes Lorenz.

Die Jubiläumskette der 51er Schützen gewann Werner Pollack
vor Willi Ramm und Stefan Raptakis. Bei der Jubiläumskette
der Alten Schützengilde belegte Manfred Welke den ersten
Platz vor Eckhard Fliegner und Volker Herz.
Wohl dem, der sich am Festmontag zum Katerfrühstück luftig
angezogen hatte. Im Festzelt herrschte beim Katerfrühstück
die berüchtigte „Bullenhitze“. In Bayern schien man das
gewohnt zu sein, denn die weiß-blaue Musikkapelle in
Sepplhosen und Kniestrümpfen heizte mit schmissigen
Rhythmen zum warmen Essen zusätzlich ein. 300 Sarstedter
Bürgerinnen und Bürger waren zum Katerfrühstück
gekommen, eine Teilnehmerzahl wovon die Veranstalter
heute träumen. Der Wandel der Zeit ist heute deutlich
spürbar.

Wenngleich Schützenfeste in der näheren und weiteren
Umgebung immer weniger veranstaltet werden, so ist es das
Verdienst der beiden Sarstedter Schützenvereine dass diese
Traditionsveranstaltung früher wie heute einen großen
Zuspruch hat und alljährlich als Gemeinschaftsfest der
Sarstedter gefeiert werden kann.


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